Die Berlinale hat gestern das Thema der Retrospektive für 2012 bekannt gegeben: Die rote Traumfabrik mit Filmen der sowjetischen Filmgesellschaft Meschrabpom.
Die Retrospektive der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin entdeckt ein legendäres deutsch-russisches Filmstudio wieder: Meschrabpom-Film und ihr deutscher Zweig Prometheus schrieben in den Jahren 1922 bis 1936 Filmgeschichte.
Ein russischer Filmprofi aus der Zarenzeit mit Gespür für die richtigen Stoffe und ein deutscher Kommunist, ein „roter Medienunternehmer”: Moisej Alejnikow und Willi Münzenberg taten sich 1922 zusammen, mit pfiffigen Geschäftsideen, politischem Auftrag und unbändiger Lust an neuer filmischer Erzählung. So entstand ein einzigartiges deutsch-russisches Filmunternehmen, das Filmstudio Meschrabpom-Rus (später Meschrabpom-Film) in Moskau, mit einer Zentrale in Berlin. Rund 600 Filme und elf bzw. 14 Jahre später wurde das internationale Experiment von den Diktaturen Hitlers und Stalins gewaltsam beendet. Die Retrospektive der Berlinale 2012 widmet sich unter dem Titel „Die rote Traumfabrik” dieser Wiederentdeckung aus russischen Archiven.
Das komplette Programm der 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin wurde heute online gestellt und kann auch als PDF heruntergeladen werden. Die Berlinale findet vom 10. bis zum 20. Februar 2011 statt.
Wie ich bereits schrieb, wird Martin Scorseses “Taxi Driver” [USA 1976] am 7. April 2011 in Deutschland auf Blu-ray erscheinen. Bisher war noch nichts über die Vorlage für das Master bekannt. Dies hat sich nun geändert. Der Film wurde vom 35mm-Negativ in 4K gescanned und in 4K digital restauriert. Diese Fassung wird als digitale 4K-Projektion während der Berlinale zu sehen sein.
Taxi Driver in einer 4K digital restaurierten Fassung bei der Berlinale
Die Berlinale zeigt traditionell im Programm des Berlinale Special Wiederaufführungen restaurierter Meisterwerke:
35 Jahre nach seiner Uraufführung wird Martin Scorseses Kultfilm Taxi Driver erstmalig in einer 4K digital restaurierten Fassung gezeigt. Bei der Restauration wurde das Original 35mm Negativ mit einem hoch auflösenden 4K Scanner eingelesen. Grover Crisp betreute federführend die digitale Restaurierung dieses Columbia Pictures Titels. Die 4K Projektion bei der Berlinale wird durch einen Barco Projektor ermöglicht.
Wie bereits am 8. Oktober 2010 in einer Pressemitteilung bekannt gegeben wurde, ehrt die Retrospektive der diesjährigen Berlinale (10. bis 20. Februar 2011) die schwedische Regielegende Ingmar Bergman. Nun wurde auf der Berlinale-WebSite ein Interview mit Rainer Rother, dem Leiter der Retrospektive, online gestellt.
Der Eröffnungsfilm der 61. Berlinale, die vom 10. bis 20. Februar 2011 stattfindet, steht fest: “True Grit” [USA 2010] von Joel und Etahn Coen, ein Remake des Westernklassikers “Der Marshal / True Grit” [USA 1969, Henry Heathaway], für den John Wayne seinen einzigen Oscar erhielt. In den USA ist der Film dieser Tage bereits gestartet.
Mit True Grit der Oscar-Preisträger Joel und Ethan Coen werden am 10. Februar 2011 im Berlinale Palast die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet.
„Joel und Ethan Coen stehen für erstklassiges amerikanisches Independent-Kino. Mit ihrem Faible für Ironie, schräge Charaktere und Geschichten haben sie immer wieder das Publikum begeistert“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick. “True Grit ist ein schöner Kinoauftakt für die Berlinale 2011.“
Ich weiß, ich weiß. Ich bin spät dran mit der Nachricht. Immerhin ist die Pressemitteilung schon vor zwei Monaten rausgegangen, ich habe sie aber leider erst gestern gelesen:
Berlinale 2011: Retrospektive ehrt die Kinolegende Ingmar Bergman
Die Retrospektive der 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin ehrt den 2007 verstorbenen schwedischen Regisseur Ingmar Bergman. Das filmische Schaffen der Kinolegende Bergman umfasst über 60 Werke, darunter Filme wie Das Schweigen (Tystnaden, 1962/63), Szenen einer Ehe (Scener ur ett äktenskap, 1972/73) und Fanny und Alexander (Fanny och Alexander, 1981/82 – vier Oscar-Auszeichnungen), mit denen er weltberühmt wurde. Er erhielt nahezu alle bedeutenden internationalen Filmpreise, darunter auch einen Goldenen Bären für Wilde Erdbeeren (Smultronstället, 1957) bei der Berlinale 1958. Ingmar Bergman war ein selbstreflexiver Künstler von gigantischer Schaffenskraft. Als Regisseur lotete er die Fragen des Lebens existentiell aus und war ein Chronist der bürgerlichen Gesellschaft. Ingmar Bergman – Autor, Regisseur (Film, Theater, TV) und Produzent – ist, wie es die jungen Kritiker und späteren Nouvelle-Vague-Regisseure formulierten: Ein Klassiker der Moderne.
Nachdem am 15. Dezember 2009 bereits die ersten sieben Wettbewerbsfilme der diesjährigen Jubiläums-Berlinale bekannt gegeben wurden – darunter auch die neuen Filme von Roman Polanski und Martin Scorsese – hat die Berlinale-Leitung heute eine Liste mit weiteren 18 Filmen des Wettbewerbs veröffentlicht. Vertreten sind Filme von Pernille Fischer, Noah Baumbach, Rob Epstein und Jeffrey Friedman, Oskar Roehler, Yoji Yamada, Zhang Yimou und Thomas Vinterberg. Somit steht nur noch ein weiterer, bekanntzugebender Film aus.
Bei Twitter hatte ich die Nachricht heute bereits als Retweet, hier aber auch noch mal die Pressemitteilung (auch als PDF) zum Nachlesen: Werner Herzog wird Jury-Präsident der 60. Berlinale
Werner Herzog, einer der bedeutendsten Filmemacher des Autorenkinos, wird Jury-Präsident der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin.
Als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Neuen Deutschen Films prägte er eine ganze Ära von Filmschaffenden. In seiner knapp 50jährigen Filmkarriere schuf Herzog über 50 Filme, neben den bekannten Spielfilmen stehen dabei ebenso beeindruckende dokumentarische Arbeiten. Zudem machte er sich als Opernregisseur, Autor, Produzent und Schauspieler einen Namen und engagiert sich mit seiner Rogue Film School für den Filmnachwuchs. Das TIME Magazin wählte Werner Herzog 2009 zu einer der 100 einflussreichsten Personen weltweit.
„Werner Herzogs Filme zeugen von der künstlerischen Kraft des Kinos. Ich freue mich, dass wir diesen herausragenden Regisseur als Jury-Präsidenten für unser 60. Jubiläum gewinnen konnten“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.
60 Jahre Berlinale. Dieses Jubiläum wird 2010 in der Hauptstadt nicht nur gefeiert, sondern auch auf den Leinwänden sichtbar gemacht. “Play It Again” lautet das Motto der Retrospektive der Internationalen Filmfestspiele Berlin, die vom 11. bis zum 21. Februar 2010 stattfinden werden. Filme aus 60 Jahren Berlinale eben.
Die Pressemitteilung (auch als PDF): 60 Jahre Berlinale – eine Retrospektive
1960 lief im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin ein Film, der mit allen filmischen Konventionen brach und die Kritiker sprachlos machte. Mit A bout de souffle (Außer Atem, Frankreich 1959/60) gelang dem jungen Godard nicht nur der internationale Durchbruch ? der Einzug der Nouvelle Vague stellt rückblickend auch einen der markantesten Wendepunkte in der Geschichte des Festivals dar. Mit einem Streifzug durch 60 Jahre Berlinale-Vergangenheit bringt die Retrospektive PLAY IT AGAIN …! Entdeckungen von einst auf die große Leinwand zurück und wirft exemplarisch Schlaglichter auf die Entwicklung des Festivals: von den ersten Dekaden, die im Zeichen des Kalten Kriegs standen, über die Öffnung für Filme aus sozialistischen Ländern bis hin zum Ende der politischen Teilung Europas, das das Festival vor rund 20 Jahren aus dem Balanceakt zwischen kultureller Offenheit und politischer Einflussnahme befreite. In den 1980er und 90er Jahren hatte sich die Berlinale als Plattform für das osteuropäische und asiatische Kino etabliert und in jüngster Vergangenheit stellte sie verstärkt deutsche Filme gleichberechtigt neben internationale Produktionen.
Nachdem es erste Hinweise darauf gab, wurde auf der WebSite der Berlinale nun offiziell bekannt gegeben, daß die rekonstruierte Fassung von Fritz Langs “Metropolis” [D 1927] inklusive der wiederentdeckten Szenen am 12. Februar 2010 bei den 60. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2010 Premiere feiern wird.
Fritz Langs Originalfassung von Metropolis von 1927 kehrt bei den 60. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2010 auf die Kinoleinwand zurück. In einer Galavorstellung am 12. Februar 2010 im Friedrichstadtpalast wird die von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restaurierte Fassung des Stummfilmklassikers 83 Jahre nach dessen Uraufführung ihre Premiere feiern. Nach der Originalpartitur von Gottfried Huppertz wird die Aufführung vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Dirigent Frank Strobel begleitet. Zur Premiere wird Kulturstaatsminister Bernd Neumann kommen.
Zeitgleich zur Berlinale findet am 12. Februar die Uraufführung in Frankfurt am Main statt, die Vorstellung in der Alten Oper wird von dem Staatsorchester Braunschweig unter Leitung von Helmut Imig begleitet.
Der Trailer zum Film “The Messenger” [USA 2009, Oren Moverman], der bei der diesjährigen Berlinale mit dem Silbernen Bären für das beste Drehbuch ausgezeichnet wurde.
Kent MacKenzies “The Exiles” [USA 1961] benötige 47 Jahre, um einen regulären Kinostart zu erhalten. Die Dreharbeiten an dem Film begannen im Januar 1958, die erste Vorführung mit Ton fand im April 1961 in privatem Rahmen statt. Seine Premiere feierte er 1961 beim Internationalen Filmfestival in Venedig, im selben Jahr wurde er auch beim Filmfestival in San Francisco gezeigt. Trotz vieler positiver Kritiken war kein Filmverleih bereit, den angeblich “zu schwierigen” Film in die Kinos zu bringen. So tingelte er von Festival zu Festival, bis sich 1964 ein Verleih fand, der allerdings die Kosten einer 35mm-Kopie scheute und nur eine 16mm-Kopie produzierte, die jedoch nicht in den regulären Kinos gezeigt wurde. Erst 2008 schaffte der Film es in die Kinos, nachdem er von Milestone in Zusammenarbeit mit dem USC Film Archive und Ross Lippman vom UCLA Film & Television Archive restauriert wurde.
Weit ausführlicher auf den Film und die Restaurierung geht der Katalog der Berlinale 2008 ein. Daraus diese Inhaltsangabe:
Der Film zeigt vierzehn Stunden aus dem Alltag zweier junger Indianer, die ihre Reservate verlassen haben, um in Los Angeles zu leben: Die junge Apachin Yvonne und ihr Ehemann Homer, ein Hualapi, erwarten ein Kind. In ihrer Zweizimmerwohnung leben sie zusammen mit dem Mexikaner Tommy und vier indianischen Freunden.
Bei Einbruch der Nacht ziehen die jungen Männer los; sie trinken, spielen Karten, flirten mit Frauen, prügeln sich und tanzen. Yvonne geht alleine ins Kino, bummelt durch die Einkaufsstraßen und übernachtet anschließend bei einer Freundin.
Am Beispiel dieser Menschen wird das aus den Fugen geratene Leben von jungen Indianern gezeigt, die zwischen Tradition und modernem Alltag zerrissen sind.
Über den sensationellen Fund der bisher als verloren geglaubten Szenen aus Fritz Langs “Metropolis” [D 1927] hatte ich im Juli letzten Jahres berichtet. Mittlerweile ist über einen Artikel der Associated Press bekannt geworden, daß die restaurierte und rekonstruierte Fassung auf der Berlinale 2010 gezeigt werden soll. Auf diese Meldung bin ich über dvdbiblog gestoßen.
Restaurierte Fassung soll auf Berlinale gezeigt werden
So lässt sich das neu aufgefundene Material nicht in Form von einigen zusätzlichen Szenen in den Film einsetzen. Eine erste Sichtung habe ergeben, dass sich die zusätzlichen Sequenzen über den gesamten Film verteilen, berichtet die Restauratorin: «Die Struktur des Films wird sich völlig verändern.» Ein wichtiger Leitfaden ist für die Fachleute die Partitur der Filmmusik. Diese wurde von Gottfried Huppertz seinerzeit für die Originalversion komponiert und bietet den Restauratoren wichtige Hinweise für die Länge und Schnittfolge einzelner Filmszenen.
Nun werden die in Argentinien neu aufgefundenen Sequenzen digitalisiert, am Computer behutsam restauriert und in das bislang vorhandene Filmmaterial eingefügt. Rund 500.000 Euro werde die Restaurierung kosten, erklärt der Geschäftsführer der Murnau-Stiftung, Helmut Poßmann. Fördergelder von Bund, Land Hessen und verschiedenen Institutionen sollen das Projekt ermöglichen. Zur Berlinale 2010 soll «Metropolis» dann in bislang ungeahnter Qualität erstmals wieder öffentlich präsentiert werden.
Rod Lurie bespricht bei Trailers from Hell den Trailer zum Kriegsfilm “Patton – Rebell in Uniform / Patton” [USA 1970, Franklin J. Schaffner], den ich dieses Jahr innerhalb der 70mm-Retrospektive der Berlinale sehen konnte. Der kürzlich verstorbene Karl Malden spielt darin den General Omar N. Bradley, die Show gehört aber George C. Scott in der Rolle des titelgebenden Generals.
George C. Scott declined the Oscar he won for his towering portrayal of General George S. Patton, warrior out of time, but the film garnered seven other Academy Awards in most of the major categories. Epic in scope, photographed in 65mm Dimension 150, and sporting another brilliant Goldsmith score, this is the war movie for people who hate war movies.