Francois Truffauts Sie küssten und sie schlugen ihn heute Abend im Bielefelder Offkino

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Im November 2014 zeigen die Betreiber des Offkinos in Bielefeld immer freitags ihre persönlichen Lieblingsfilme. Den Anfang macht heute Abend, am 7. November 2014, Francois Truffauts „Sie küßten und sie schlugen ihn„. Auch wenn der Film in den letzten Tagen bereits zweimal auf arte ausgestrahlt wurde, so lohnt es sich doch, ihn in den Räumlichkeiten in der August-Bebel-Straße zu sehen: Die Leute dort sind sehr nett, die Getränkepreise niedrig, das Kino kuschelig klein und außerdem gehören Filme einfach auf die Leinwand. Und wenn dann ein Truffaut-Film in 35mm gezeigt wird, gibt es eigentlich keinen Grund, nicht zu kommen … außer man hat keine Zeit, so wie ich leider.
Gezeigt wird die französische Originalfassung mit Untertiteln, Einlaß ist ab 20:00 Uhr, der Film startet um 20:30 Uhr.

Paris Ende der 1950er Jahre: Von seinen Eltern vernachlässigt, die Familienverhältnisse zerrüttet sowie von seinen Lehrern missverstanden, schwänzt der 13-jährige Antoine lieber den Unterricht und streunt herum. Gesellschaft hat er in seinem Freund René. Zusammen ziehen sie durch die Großstadt und hecken jede Menge Streiche aus. Als Antoine beim Diebstahl einer Schreibmaschine geschnappt wird, wird er am nächsten Morgen in eine Erziehungsanstalt für straffällige Jugendliche eingeliefert…

„Sie küssten und sie schlugen ihn“ ist Truffauts erster Langfilm und begründete, neben Godards „Außer Atem“, die Nouvelle Vague. „Mit großer Sorgfalt charakterisiert Truffaut seine Hauptfigur bis ins Detail, was ihn nicht davon abhält, dramaturgische Abschweifungen zu unternehmen, um liebevoll weitere kleine Geschichten zu erzählen: Die der anderen Kinder und natürlich die von Paris, der Stadt, in der die meisten seiner Filme spielen. Zugleich ist „Sie küssten und sie schlugen ihn“ der erste Film der Antoine Doinel-Reihe, die François Truffaut, stets mit dem Darsteller Jean-Pierre Léaud als Antoine, mit vier ‚Fortsetzungen‘ komplettieren wird.“ arte

„Der erst 14-jährige Jean-Pierre Léaud ist dieser Antoine, der mutwillige, unverstandene Freigeist. Léaud spielt ihn in allem einsamen Aufruhr mit stoischer Authentizität und ergreifender Reserve: das Bemühen, etwas richtig zu machen, die anarchische Naivität, die Angst, das tiefe Unaufgehobensein. Debütregisseur und Drehbuchautor Francois Truffaut war selbst erst 27, als sein wunderbar leichtfüßig inszeniertes, halb-autobiografisches Schülerportrait 1959 in Cannes die Goldene Palme gewann. „(…) Bis heute besticht das Drama durch die unsentimental anrührende Darstellung seines Helden, durch einen mit lakonischem Spott gesalzenen poetischen Realismus und stimmungsvolle Schwarzweiß-Bilder.“ Hugo Humpelbein

Schauburg Karlsruhe: Odyssee in Kubrick Space – Retrospektive Stanley Kubrick

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Die Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung Karlsruhe (AWWK) zeigt in der achten Folge der Reihe „Traumfabrik“ vom 9. November 2014 bis zum 8. März 2015 die Retrospektive „Odyssee in Kubrick Space„. Die Filmvorführungen finden in der Karlsruher Schauburg, einem ehemaligen Cinerama-Kino und alljährlichem Veranstaltungsort des „Todd-AO Festivals“, statt.

Aus dem Programm, das leider keine Infos dazu enthält, in welcher Form die Filme projiziert werden:

Der Filmregisseur Stanley Kubrick (1928-1999) gilt als Meister aller Genres: Filme wie 2001: A Space Odyssey, Lolita, A Clockwork Orange, Barry Lyndon, Shining, Full Metal Jacket und Eyes Wide Shut sind Referenzwerke ihrer jeweiligen Genres – Literaturverfilmung, Biographie, Science Fiction, politische Satire, Kriegsfilm, Horror, Historienfilm, Beziehungsdrama. Sucht man, bei aller inhaltlichen Vielschichtigkeit, nach einem gemeinsamen Nenner, so fällt Kubricks Interesse an der sorgfältigen Beobachtung menschlichen Verhaltens in genau abgegrenzten, bisweilen extremen Situationen auf. Dabei rührte er oft an Tabus.

Für Kubrick kann man ein besonderes Genre definieren, den philosophischen Film, charakterisiert dadurch, daß er die drei Pünktchen des Happy Ends („und sie lebten glücklich bis an ihr Ende…“) durch Fragezeichen ersetzt – es handelt sich um Filme, die Fragen stellen, die nachhaltige Gedanken in Gang setzen, die man aus dem Kino mit nach Hause nimmt, um ihnen mit eigener Vorstellungskraft in der eigenen Erfahrungswelt weiter nachzugehen.

Jeder seiner Filme weist eine ausgeprägte ästhetische Handschrift auf, inhaltlich wie formal. Man wähle einen beliebigen Filmausschnitt, in kürzester Zeit weiß man, daß man sich in einem Kubrick-Film befindet. Man erkennt die legendäre handwerkliche Perfektion des Regisseurs in der Wahl der Bildausschnitte, Kameraführung, Farbgebung, Beleuchtung, Dramaturgie, Montage, Timing (lange Einstellungen, sparsame Schnitte). Steven Spielberg behauptete einmal, es sei unmöglich, einen Kubrick-Film auszuschalten.

In der achten Folge unserer Traumfabrik stellen wir in einer umfassenden Retrospektive das Filmwerk von Stanley Kubrick in chronologischer Folge auf der großen Bildwand der Schauburg vor. Dazu gehören auch seine weniger bekannten, nicht weniger sehenswerten frühen Filme. Zwischen klassischem Hollywood und Postmoderne, längst selbst zu Klassikern für nachfolgende Generationen geworden, bestehen die Filme von Stanley Kubrick auch heute noch jeden Frischetest. Als besonderen Gast erwartet die Traumfabrik Kubricks Schwager Jan Harlan, der am Sonntag, den 14. Dezember 2014 in der Schauburg seinen Dokumentarfilm über den Regisseur vorstellen wird.

Vor jedem Film gibt es eine Mikroeinführung von Wolfgang Petroll; im Anschluß an den Film findet ein Kinogespräch statt, in dem zwanglos Fragen zum Film, erste Eindrücke und Mutmaßungen ausgetauscht werden können. Begleitend zur Filmreihe findet im ZKM Karlsruhe ein Filmexploratorium „Flusser in Kubrick Space“ statt; ferner bieten am KIT das Zentrum für Angewandte Kulturwiss enschaft (ZAK) sowie die Akademie für Wissenschaftliche Weiterbildung Karlsruhe (AWWK) öffentlich zugängliche Filmseminare an (siehe Begleitprogramm).

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25 Jahre Bielefelder film+musikfest – Filme von Wiene, Chaplin, Protasanov, Pabst, Murnau und Hawks

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Das Bielefelder film+musikfest der Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft Bielefeld e.V. – Murnau wurde in der Stadt am Teutoburger Wald geboren – wird 25 Jahre alt. Die diesjährige Ausgabe startet am morgigen Freitag, den 31. Oktober 2014, mit dem Klassiker des deutschen expressionistischen Films: „Das Cabinet des Dr. Caligari“ [D 1920] von Robert Wiene. Bis zum 8. November 2014 folgen fünf weitere Stummfilme mit Live-Musik.

Das Programm:

31. Oktober 2014 | 20:00 Uhr | Rudolf-Oetker-Halle
Das Cabinet des Dr. Caligari“ [D 1920, Robert Wiene]
Orgelbegleitung: Wolfgang Seifen

1. November 2014 | 20:00 Uhr | Rudolf-Oetker-Halle
Lichter der Großstadt / City Lights“ [USA 1931, Charles Chaplin]
Braunschweiger Staatsorchester unter der Leitung von Helmut Imig

2. November 2014 | 11:30 Uhr | CineStar
Aelita – Der Flug zum Mars / Aelita“ [UdSSR 1924, Jakow Protasanow (aka: Yakov Protazanov)]
Musikalische Begleitung: Daniel Smutny

6. November 2014 | 20:00 Uhr | CineStar
Geheimnisse einer Seele“ [D 1926, Georg Wilhelm Pabst]
Musikalische Begleitung: Leptophonics

7. November 2014 | 20:00 Uhr | Rudolf-Oetker-Halle
Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“ [D 1922, Friedrich Wilhelm Murnau]
Bielefelder Philharmoniker unter der Leitung von Bernd Wilden

8. November 2014 | 20:00 Uhr | Rudolf-Oetker-Halle
Blaue Jungs – blonde Mädchen / A Girl in Every Port“ [USA 1928, Howard Hawks]
Cinematografisches Orchester unter der Leitung von Axel Goldbeck

Der Italo-Cinema Filmclub in Dortmund zeigt Giulio Questis Töte, Django

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Wer nach nächtlichen Halloween-Aktivitäten (bei mir wird’s wohl wieder ein Horrorfilm-Marathon) samstagmorgens Lust auf einen Italo-Western hat, der sollte am 1. November 2014 gegen 11 Uhr in die Dortmunder Schauburg kommen. Der Italo-Cinema Filmclub zeigt beim dritten Clubtreffen Giulio Questis „Töte, Django / Se sei vivo spara“ [I / E 1967], der im Juni 2013 bei filmArt auf DVD und im August 2014 auf Blu-ray erschienen ist. Von letzterem Medium wird der Streifen auf die Leinwand des Kinos projiziert. Zu gewinnen gibt es auch etwas, denn filmArt sponsert eine DVD des Westerns und zwei weitere Preise.

Der Italo-Cinema Filmclub startet am Samstag, den 01. November um 11 Uhr in der Schauburg Dortmund in die dritte Runde. Wieder wird eine ausgewählte Genre Perle der 1960er bis 1980er Jahre des italienischen Films präsentiert.

Dieses Mal wird der Klassiker „TÖTE DJANGO“ aus dem Jahr 1967 in der restaurierten Fassung gezeigt. Der bei der Kritik umstrittene, harte Italowestern, den Giulio Questi 1966 inszenierte, ist mit Tomás Milián in der Hauptrolle. Der in Deutschland am 3. Mai 1967 erstaufgeführte Film erhielt auf DVD den Titel Django – Leck Staub von meinem Colt.

Inhalt:
Zusammen mit einigen Banditen führt Django einen lukrativen Überfall aus. Doch die Anführer der Bande entpuppen sich als miese Betrüger und töten rücksichtslos alle ihrer Helfer. Django überlebt schwerverletzt. Unterdessen werden die Banditen ihrerseits in einer nahegelegenen Stadt umgebracht und ausgeraubt. Als dann auch Django in die Stadt kommt, ist Ärger vorprogrammiert, denn dort will jeder das Gold…
Eckhart Schmidt bemerkt in Film: „(…) Töte, Django scheint mir der Beweis dafür zu sein, dass auch im italienischen Western Regisseure am Werk sein können, die die Möglichkeiten des Genres zu nutzen verstehen, ohne es gleich aus den Angeln heben zu wollen. Questi jedenfalls ist gelungen, so viel Persönliches in überzeugende Bilder und Gestalten umzusetzen, dass man sich seinen Namen merken sollte.“ Die italienische Kritik war anderer Meinung und hielt den Film „durch das Meer an Grausamkeiten, in dem alle symbolischen Szenen, psychologischen Ansätze und künstlerischen Bemühungen ertrinken, da die Grenze zu Sadismen überschritten wurde“, für „unerträglich“.

ACHTUNG: Freigegeben ab 18 Jahren! Beim Einlass erfolgt eine Ausweiskontrolle. Ohne gültigen Altersnachweis kann leider kein Eintritt gewährt werden. Die Veranstaltung findet im kleinen Kinosaal der Schauburg statt. Dieser ist nicht Barrierefrei.

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Paul Bartels Frankensteins Todesrennen am 31. Oktober 2014 im Bielefelder Offkino

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Was wäre eine „On the Road„-Reihe ohne Paul Bartels „Frankensteins Todesrennen / Death Race 2000“ [USA 1975]? Genau … nur die Hälfte wert. David Carradine und Sylvester Stallone duellieren sich am 31. Oktober 2014 im Bielefelder Offkino auf den Straßen der USA. Dabei bleibt auch Slys nuschelige Aussprache erhalten, denn gezeigt wird eine 35mm-Kopie im englischsprachigen Original.
Einlass ist – wie immer – um 20:00 Uhr, das Rennen beginnt um 20:30 Uhr.

Endlich! Cormans Trash-Klassiker „Death Race 2000“ im OFFKINO.

Im faschistischen Amerika der nahen Zukunft wird jährlich, so auch im Jahr 2000, ein Autorennen quer über den Kontinent ausgetragen. Ziel dabei ist es nicht nur, möglichst schnell zu sein, sondern auch möglichst viele Punkte zu sammeln, das heißt, unterwegs möglichst viele Menschen zu überfahren. Je „nutzloser“, je höher der Score. So ergeben sich so absurde Szenen wie die, als die Betreiber eines Krankenhauses davon hören, daß ihr Krankenhaus an der Rennstrecke liegt und daraufhin alle Rollstuhlfahrer und Verletzte auf die Straße schieben…

Neben Fahrern wie „Nero the Hero“, „Calamity Jane“ und „Mathilda The Hun“ sind der Publikumsliebling und Altmeister Frankenstein (David Carradine) und der junge Gangster aus Chicago „Machine Gun“ Joe Viterbo (Sylvester Stallone) Favoriten des Spektakels. Doch die Amerikanische Widerstandspartei versucht immer wieder das Rennen zu sabotieren. Wird sie es im Jahr 2000 endlich schaffen? Ihr dürft gespannt sein.

Der eigentliche Versuch eine utopische Satire zu drehen, geht, wie es sich für eben solche Filme gehört, völlig unter und verliert sich im sinnlosen Gemetzel dieses Actionreißers. Corman pur!

Und es gibt natürlich wahnwitzig karosserierte Autos, tolle 70er-Klamotten und Frisuren, fiese Musik und haufenweise schwarzen Humor und Geschmacklosigkeiten.

Terrence Malicks Badlands – Zerschossene Träume am 24. Oktober 2014 im Bielefelder Offkino

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Terrence Malick hat in vier Jahrzehnten erst sechs Spielfilme inszeniert. Sein Regiedebüt „Badlands – Zerschossene Träume / Badlands“ [USA 1973] kann man am 24. Oktober 2014 im Bielefelder Offkino noch einmal auf der Leinwand sehen. Es lohnt sich. Gezeigt wird eine 35mm-Kopie in der englischsprachigen Originalfassung.
Der Einlass  ist im 20:00 Uhr, der Film startet um 20:30 Uhr.

Holly (Sissy Spacek) ist 15 und Halbwaise. Sie spielt gelangweilt im Garten des Hauses ihres Vaters. Kid (Martin Sheen), 25, im coolen James Dean-Outfit mit Zigarette im Mundwinkel und Plastikkamm in der Gesäßtasche seiner Jeans, arbeitet bei der Müllabfuhr. Beide Leben in der öden Kleinstadt Fort Dupree in South Dakota. Sie sehen sich und werden ein Paar. Der Vater, der sich gegen die Beziehung stellt, wird von Kid kurzerhand erschossen. Sie fliehen quer durch South Dakota und Montana und hinterlassen eine blutige Spur. In den „Badlands“ angekommen führen sie in der Abgeschiedenheit ein archaisches Leben. Aber ihre Verfolger sind ihnen dicht auf den Fersen.

Terrence Malicks Erstlingswerk ist ein erstaunliches Debüt. Er inszeniert die Geschichte zweier Außenseiter als hochästhetische Ballade. Die Szenarien – im Provinzstädtchen, auf den verlassenen, endlos erscheinenden Landstraßen und schließlich im vermeintlichen Paradies – sind in goldenes Licht getaucht. Der Film feiert diese Landschaften in überwältigenden Bildern. Unterlegt mit wunderschönen Xylophonklängen aus Carl Orffs „Musica Poetica“.

So intensiv die Bilder sind, so lakonisch und beiläufig wird die Geschichte der Protagonisten erzählt. Sie wirken kühl bis distanziert. Jedes Psychologisieren wird vermieden. Wenn dazu noch die poetische Erzählstimme von Holly zu hören ist, entwickelt der Film einen fast hypnotischen Sog.

Der Film fußt auf einer wahren Geschichte aus den 1950er Jahren.

Programm des Paderborners Programmkino Lichtblick e.V. für das Wintersemester 2014/15

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Als ich noch in Rheda-Wiedenbrück gewohnt habe, bin ich ab und zu nach Paderborn zu den Veranstaltungen des „Programmkino Lichtblick e.V.“ gefahren. Dieser von Studenten der Universität geführte Verein zeigt im Paderborner Cineplex in jedem Semester ein sehr schönes und interessantes Filmprogramm zu einem bestimmten Thema. In diesem Jahr heißt die Reihe „They’re Coming to Get You – Kino der Paranoia„. Das Programm vom 20. Oktober 2014 bis zum 29. Januar 2015 ist hier einzusehen.

David Lynchs The Straight Story am 17. Oktober 2014 im Bielefelder Offkino

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Ein David Lynch-Film im Vertrieb von Disney? Ja, auch so etwas ist möglich. 1999 war dies der Fall mit „Eine wahre Geschichte – The Straight Story / The Straight Story“ [USA 1999]. Das Road-Movie läuft am 17. Oktober 2014 im Offkino in Bielefeld innerhalb der „On the Road„-Reihe. Projiziert wird eine deutsche 35mm-Kopie.
Einlass um 20:00 Uhr, Beginn um 20:30 Uhr.

Als Alvin Straight (Richard Farnsworth) erfährt, dass sein Bruder Lyle (Harry Dean Stanton) einen Schlaganfall erlitten hat, will er den Streit, den beide vor 10 Jahren entzweit hatte, vergessen und sich auf den 390 km langen Weg machen, um diesen zu besuchen. Für den 73-jährigen Rentner wäre dieser Weg um einiges leichter, wenn er über einen Führerschein verfügen würde und es um seine Sehkraft besser gestellt wäre. Trotz aller Bedenken seiner Tochter (Sissy Spacek) und seines Umfeldes wagt der kauzige Rentner das Abenteuer und begibt sich mit seinem fahrbaren Rasenmäher auf diese etwas andere Odyssee.

David Lynchs „The Straight Story“ ist der wohl geradlinigste und verständlichste seiner Filme. Aber vielleicht auch einer seiner faszinierendsten. In einer Zeit, in dem Filme immer schneller erzählt und geschnitten wurden, bedient sich Lynch dem Element der „Entschleunigung“ und erzählt eine langsame Geschichte auf noch langsamere Weise, ohne jedoch zu langweilen. Gerade diese Langsamkeit gibt diesem Film, der auf einer wahren Begebenheit beruht, seinen Zauber und seine Skurrilität, die man von David Lynch gewöhnt ist.

„So straight und anrührend, daß der Film in den USA von Walt Disney in den Verleih genommen wurde […] eine Selbstrevision […] Selbst wenn man den Film auf diese Weise sieht, bleibt er verstörend schön. […] Alvins Reise in den Tod vermittelt manchmal pures Glück. Aber von dem, was er zurückläßt, geht kaum ein Trost aus. […] Zu einer solchen Einfachheit in der Darstellung der menschlichen Tragödie und ihrer Komödie kommt man nicht auf geradem Weg.“ Georg Seeßlen

Hal Hartleys Simple Men am 10. Oktober im Bielefelder Offkino

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Das Bielefelder Offkino setzt die „On the Road„-Reihe im Oktober mit Hal Hartleys „Simple Men“ [USA 1991] fort. Gezeigt wird am 10. Oktober 2014 eine 35mm Kopie im englischen Original mit Untertiteln.
Einlass ist um 20:00 Uhr, Beginn um 20:30 Uhr.

„Simple Men“ handelt von den zwei ungleichen Brüdern Bill und Dennis McCabe, die sich -der eine Kleinkrimineller, der andere Philosophiestudent- an gescheiterten Punkten ihres Lebens wiederbegegnen. Beide sind Söhne eines Vaters, der in den 1950ern ein gefeierter Baseballstar war und sich in den 1960ern als angeblicher linker Terrorist entpuppte und seitdem über 20 Jahre auf der Flucht war. Mittlerweile doch vom FBI gefasst, wurde er nach einem Herzinfarkt vom Gefängnis ins Krankenhaus verlegt.
Als Bill bei einem Überfall von seiner Freundin betrogen wird, indem die sich mit seinem Komplizen und der Beute aus dem Staub macht, möchte vor seinem Abtauchen noch seinen Vater im Krankenhaus besuchen, den er seit vielen Jahren nicht gesehen hat. Doch dort trifft er nur auf Dennis, und erfährt, dass ihr Vater erneut auf der Flucht ist. Die beiden Brüder beschließen ihn zu suchen, um die Wahrheit über ihn herauszufinden. Eine Telefonnummer und der geheimnisvolle Name „Tara“ sind ihre einzige Spur.

Auf höchst eigene Weise kreisen die intelligenten Filme des amerikanischen Independent-Regisseurs Hal Hartley immer wieder um die Themen Liebe und Vertrauen, Sehnsucht nach Geborgenheit und Angst vor Enttäuschung. Hartley gilt als einer der talentiertesten Vertreter des jungen unabhängigen Autorenfilms in den USA. Mit seiner wunderbar absurd-melancholischen Komödie „Simple Men“ gelang Hartley auch sein Durchbruch beim europäischen Publikum.

„Lakonisch-zynisches Meisterwerk – hier funkelt der Glaube an die große Leidenschaft. Unbedingt ansehen! Cineastisches Kleinod. Kultfilmkandidat.“ CINEMA

Der Italo-Cinema Filmclub in Dortmund zeigt Elio Petris Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger

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Anfang September 2014 erfolgte der Startschuss für den Italo-Cinema Filmclub, der in der Dortmunder Schauburg jeden Monat seine Zelte aufschlagen wird. Mit Elio Petris „Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger / Indagine su un cittadino al di sopra di ogni sospetto“ [I 1970] wird am 4. Oktober 2014 um 11 Uhr der zweite Film gezeigt. Zur Aufführung kommt er per Blu-ray-Disc, wobei mich wundert, woher die deutsche Tonspur stammen soll, denn bisher ist der Film auf diesem Medium noch nicht in deutscher Sprache erschienen. Ob die Veranstalter da selber was mit der italienischen oder US-amerikanischen Blu-ray gebastelt haben?

Der Italo-Cinema Filmclub startet am Samstag, den 04. Oktober um 11 Uhr in der Schauburg Dortmund in die zweite Runde.
Wieder wird eine ausgewählte Genre Perle der 1960er bis 1980er Jahre des italienischen Films präsentiert.

Dieses Mal wird der Film „Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger“ aus dem Jahr 1970 in der restaurierten Fassung gezeigt. Das spannende und hoch gelobte Thriller/Drama von Elio Petri ist mit Gian Maria Volonté
(Für eine Handvoll Dollar) in der Hauptrolle.

Inhalt:
Ein Mann wartet vor einem Haus, bis ihm eine Frau durch ein Fenster ein Zeichen gibt, herein zu kommen. Sie begrüßt ihn mit der Frage, wie er sie heute denn umbringen möchte, aber dieser Scherz stellt sich kurz danach als bitterer Ernst heraus, als er sie beim Sex mit einem Schnitt durch die Kehle tötet. Anstatt seine Spuren zu verwischen, sorgt er noch zusätzlich für Indizien, benachrichtigt selbst die Polizei und redet ungeniert mit einem im Haus wohnenden Nachbarn, als er dieses verlässt. Daraufhin fährt er direkt zum Polizeiquartier, wo er freudig erwartet wird, denn „Il Dottore“ (Gian Maria Volonté), wie er genannt wird, wird an diesem Tag vom Chef der Mordkommission zu einem Bereichsleiter der Polizei befördert. Streng befiehlt er noch seinen bisherigen Untergebenen, den gerade gemeldeten Vorfall zu untersuchen, bevor er selbst zum Tatort schreitet…

Die Zeitschrift Cinema lobte den Film als „gallige, glänzend gespielte Politsatire“ und zog das Fazit: „Ein Klassiker: böser, als die Polizei erlaubt!“

Originaltitel: Indagine su un cittadino al di sopra di ogni sospetto
Laufzeit: ca 115 Minuten
Sprache: Deutsch
Medium: Blu-Ray

Bei Entrichtung des monatlichen Mitgliedsbeitrags von 5,00 € bekommt man einen für 12 Monate gültigen Mitgliedsausweis.

ACHTUNG: Freigegeben ab 18 Jahren! Beim Einlass erfolgt eine Ausweiskontrolle. Ohne gültigen Altersnachweis kann leider kein Eintritt gewährt werden. Die Veranstaltung findet im kleinen Kinosaal der Schauburg statt. Dieser ist nicht Barrierefrei.

Weitere Infos und das aktuelle Club-Programm finden Sie unter: facebook.com/italocinemafilmclub

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Walter Hills Driver am 3. Oktober 2014 im Bielefelder Offkino

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Das Offkino in Bielefeld bietet im Oktober mit der Reihe „On the Road“ jeweils freitags ein ganz starkes Programm. Gestartet wird am 3. Oktober mit Walter Hills „Driver / The Driver“ [USA 1978], der in der deutschen Fassung von einer 35mm-Kopie gezeigt wird. In den folgenden Wochen werden Filme von Hal Hartley, David Lynch, Terrence Malick und Paul Bartel gezeigt.
Einlass ist um 20:00 Uhr, Beginn um 20:30 Uhr.

The Driver (Ryan O´Neal) ist in der Unterwelt von Los Angeles für seine Fahrkünste bekannt. Wann immer ein Gangster einen zuverlässigen Fahrer braucht, der ihn aus den brenzligsten Situationen herausholt, ist er zur Stelle. Ihm ist seit einiger Zeit der Bulle (Bruce Dern) auf den Fersen, der alles dafür geben würde, den Driver endlich zu überführen. Aber immer wenn er glaubt, genügend Beweise zu haben, gibt die Spielerin (Isabelle Adjana) dem Driver ein Alibi. Schon bald geht es keinem Beteiligten mehr um Recht und Unrecht, sondern nur noch darum, diese letzte Jagd zu gewinnen.

„Walter Hill gelang mit ‚Driver‘ das seltene Kunststück, spektakuläre Schauwerte und eine bisweilen geradezu philosophische Milieustudie organisch miteinander zu verweben. Stilsicher inszeniert und ansprechend düster entfaltet sich vor dem Zuschauer ein Bild der Gewalt und Einsamkeit in Los Angeles, in unmittelbarer Nachbarschaft der Traumfabrik.“ Filmstarts.de

2011 drehte Nicolas Winding Refn „Drive“, einen Film über einen Fluchtwagenfahrer in Los Angeles. Es wurde oft darauf hingewiesen, dass der Film das Kino eines Walter Hill zitiere. Gerade im Falle des aus dem Jahre 1978 stammenden „Driver“ von Hill sind die inhaltlichen Übereinstimmungen derart frappierend, dass sie fast vermuten lassen, es könne sich bei „Drive“ um ein verkapptes Remake handeln.

Das Filmfest München widmet dem US-Regisseur Walter Hill in diesem Jahr eine Retrospektive. „Walter Hill gehört seit fast vier Jahrzehnten zu den innovativsten Regisseuren seines Fachs in Hollywood“, erklärte Festival-Leiterin Diana Iljine. „Seine Filme schaffen immer wieder das scheinbar Unmögliche: den Spagat zwischen Genrekino und Autorenfilm, zwischen kurzweiliger Unterhaltung und hoher Kunst.“

Das Bielefelder Offkino zeigt Brian De Palmas Dressed to Kill

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Am morgigen Freitag, den 12. September 2014, zeigt das Offkino in Bielefeld Brian De Palmas „Dressed to Kill“ [USA 1980] in der Reihe „Auf der Suche“. Gezeigt wird eine deutschsprachige 35mm-Kopie. Einlass ist ab 20:00 Uhr, Beginn ist um 20:30 Uhr.

Nach einem erotischen Abenteuer wird die attraktive Kate Miller (Angie Dickinson) im Fahrstuhl ermordet. Ihr Sohn und das Callgirl Liz (Nancy Allen), Zeugin des Mordes, machen sich auf die Suche nach dem Täter und geraten in höchste Gefahr.

Spätestens seit Hitchcocks „Psycho“ wissen wir, dass Duschszenen nichts Gutes mit sich bringen. Wenn Kate Miller sich in der Anfangssequenz unter der Dusche selbst befriedigt, sollten wir erahnen können, dass wir uns in keinem Softporno befinden. De Palma treibt hier ein doppeldeutiges Spiel mit dem Zuschauer. Diese Doppeldeutigkeit wird Hauptbestandteil des Films. Sowohl auf formaler als auch auf inhaltlicher Ebene. Heraus kommt ein ungeheuer schneller, unheimlicher, hochspannender Psychothriller in Hitchcockscher Manier.

„Dressed to Kill“, zu dem de Palma auch das Buch schrieb, strotzt nur so vor ruhigen, bis ins Detail durchinszenierten Einstellungen und langen Kamerafahrten. Hervorzuheben ist auch die Schnittechnik von Oscar-Preisträger Jerry Greenberg. Die Musik von Donaggio unterstreicht die immer wiederkehrenden Referenzen an de Palmas Vorbilder. „Dressed to Kill“ kann als eine einzige, große Hommage an Hitchcock verstanden werden und wird oft sogar als höchstseltener US-Beitrag zum Giallio-Genre bezeichnet.

Am 6. September 2014 startet in Dortmund der Italo-Cinema Filmclub mit Mario Bavas Blutige Seide

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Gelsenkirchen-Buer hat den Geheimnisvollen Filmclub Buio-Omega, Dortmund ab sofort den Italo-Cinema Filmclub. Die erste Veranstaltung startet am morgigen Samstag, den 6. September 2014, um 11 Uhr in der Schauburg. Gezeigt wird Mario Bavas „Blutige Seide / Sei donne per l’assassino“ [I / F / MC 1964]. Ich weiß, wo ich mich morgen früh aufhalten werde. Unklar ist bisher leider, ob von 35mm oder doch nur von einem digitalen Medium projiziert wird. Leider wurde mir per Facebook mitgeteilt, dass der Film nur von einer DVD projiziert wird.

Wir freuen uns darauf ab 06. September monatlich an jedem ersten Samstag ab 11 Uhr den Italo-Cinema Filmclub bei uns im Hause begrüßen zu können, welcher ausgewählte Genre Perlen der 1960er bis 1980er Jahre des italienischen Films präsentieren wird.

Der Initiator hinter dem Filmclub ist Andreas Rick, welcher seit Jahren ein Kenner und Liebhaber des italienischen Genre-Kinos ist.

Bei Entrichtung des monatlichen Mitgliedsbeitrags von 5,00 € bekommt man einen für 12 Monate gültigen Mitgliedsausweis.

ACHTUNG: Freigegeben ab 18 Jahren! Beim Einlass erfolgt eine Ausweiskontrolle. Ohne gültigen Altersnachweis kann leider kein Eintritt gewährt werden.

Weitere Infos und das aktuelle Club-Programm finden Sie unter: https://www.facebook.com/italocinemafilmclub

Zeit: 11:00 Uhr bis 13:30 Uhr in Saal 2

Im Modesalon von Contessa Christina Cuomo tragen sich schreckliche Dinge zu: Mehrere Mannequins werden von einem maskierten Killer brutal abgestochen. Inspektor Sylvester von der römischen Polizei nimmt die Ermittlungen auf, tappt aber im Dunkeln, als der Mörder wieder und wieder zuschlägt. Nach und nach stellt sich heraus, dass im Mittelpunkt der Morde das Tagebuch eines der Models steht, in dem sämtliche Skandale und dunkle Machenschaften im Haus der Contessa aufgezeichnet sind…

Der Regisseur Mario Bava legte mit dem Film den Grundstein zur Prägung des Giallo-Genres, des italienischen Horrorthrillers.

Kritik, vom zeitgenössischen katholischen Filmdienst:

Der katholische Film-Dienst beschreibt diesen Film als eine „sorgfältig ausgestattete und in der weiblichen Hauptrolle gut gespielte Kriminalunterhaltung im Moritatenstil“

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Kieslowskis Drei Farben-Trilogie heute Abend im Bielefelder Offkino

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Das Bielefelder Offkino meldet sich aus der Sommer-Pause zurück und das mit einem Kracher, mit dem auch der 4. Geburtstag des Offkinos gefeiert wird: Ab 19 Uhr wird die „Drei Farben„-Trilogie von Krzysztof Kieslowski am Stück gezeigt.

Mit dieser Triologie greift Kieslowski die Ideale der französischen Revolution -Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit- auf, und gibt jedem Film dramaturgisch eine Farbe der Tricolore.
Gesamtspielzeit: ca. 290 Min.

Die für uns erste und mit Spannung erwartete lange Filmnacht ist zugleich der Start in unseren Geburtstagsmonat. Das Offkino wird 4 Jahre.

An kulinarischem Begleitprogramm tischen wir Baguette & Käse, herzhafte und süße Crêpes, Tarte aux citron/pommes und Popcorn frisch aus der Maschine auf.

Über die komplette Trilogie hinaus, kann natürlich auch jeder Film einzelnd geschaut werden.

Zeiten und Preise:
1. Teil „Drei Farben: Blau“, Beginn 19 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr)
2. Teil „Drei Farben: Weiß“, Beginn 21:20 Uhr
3. Teil „Drei Farben: Rot“, Beginn 23:20 Uhr
1 Film: 6 € (ermäßigt 5 €), 2 Filme: 10 € (ermäßigt 8 €), 3 Filme: 12 € (ermäßigt 10 €)
 
Drei Farben: Blau (Trois couleurs: Bleu) – Motiv der Freiheit
F/PL 1993
98 Min., 35mm, DF
Mit Juliette Binoche, Emmanuelle Riva, Benoît Régent u.a.

Nach dem Unfalltod von ihrem Mann, einem berühmten Komponisten, und ihrer Tochter, zieht sich Julie zurück und ist voller Schmerz. Sie bricht radikal mit ihrer Vergangenheit, versucht vor der eigenen Erinnerung zu flüchten und baut sich eine neue Existenz auf. Doch ihr neu gewähltes Leben ist auf Dauer schwer aushaltbar. Durch die Musik kommt sie wieder in Kontakt mit ihrer Vergangenheit und findet nicht nur ihre Freiheit wieder…

Drei Farben: Weiß (Trois couleurs: Blanc) – Motiv der Gleichheit
F/PL 1994
91 Min., 35mm, DF
Mit Julie Delpy, Zbigniew Zamachowski u.a.

Der polnische Friseur Karol verliert durch die Scheidung von seiner französischen Frau alles was er besaß. Ziemlich hoffnungslos kehrt er versteckt in einem Koffer zurück nach Polen, und versucht sich ein neues Leben aufzubauen. Um sich an seiner Ex-Frau zu rächen, inszeniert er seinen Tod. Am Ende ist das Glück auf seiner Seite und er gewinnt etwas, woran er schon lange nicht mehr geglaubt hat…

Drei Farben: Rot (Trois couleurs: Rouge) – Motiv der Brüderlichkeit
F/PL/CH 1994
99 Min., 35mm, DF
Mit Irène Jacob, Jean-Louis Trintignant, Jean-Pierre Lorit u.a.

Die Studentin Valentine lernt einen verbitterten pensionierten Richter kennen, der auf seltsame Weise seine Nachbarn bespitzelt. Obwohl sie das ziemlich widerlich findet, fühlt sie sich zu ihm hingezogen und sie versuchen sich durch Gespräche immer mehr zu verstehen. Ganz anders die Beziehung zu Auguste, der Nachbar von Valentine. Die Wege der beiden kreuzen sich fast täglich, und dennoch haben sie einander nie gesehen. Bei einer Fährreise nach England treffen nicht nur die beiden aufeinander…

 
Krzysztof Kieslowskis Trilogie besticht durch Liebe zum Detail. Er verwendet in seinen Filmen Zeichen, die den Zuschauer_innen über alle drei Filme eine besondere Aufmerksamkeit abverlangen. Seine Filme konzentrieren sich auf die Psychologie der Menschen: Gefühle, Gedanken und Beziehungen, die manchmal alle zusammen die Grenzen zwischen Zufall und Schicksal verschwimmen lassen.

Alle Filme der Trilogie wurden mehrfach mit Auszeichnungen gewürdigt. Zum Beispiel für die schauspielerische Leistung, die Filmmusik, die Kameraführung sowie die Regie.

George Lucas‘ THX 1138 in der Kinofassung im Bielefelder Offkino

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Am Freitag, den 20. Juni 2014, zeigt das Bielefelder Offkino in der „Computer“-Themenreihe eine schöne Rarität: George Lucas‘ Spielfilmdebüt „THX 1138“ [USA 1971] wird in der originalen Kinofassung und nicht in der digital überarbeiteten Fassung aus dem Jahre 2004 gezeigt. In dieser Fassung ist der Film nie auf DVD oder Blu-ray erschienen und nur auf VHS oder LaserDisc erhältlich. Zur Projektion kommt eine englischsprachige 35mm-Kopie.

Ich werde auf jeden Fall zugegen sein und hoffe doch, dass trotz Fußball-WM mehr Zuschauer kommen, als am 6. Juni beim ebenfalls tollen „WarGames – Kriegsspiele„. Ich würde es dem Offkino-Team zumindest wünschen.

In ferner Zukunft leben die Menschen unter der Erde. Sie sind in einem computerisierten Staat völlig gleichgeschaltet, „Glück“ wird durch unmerklichen Zwang garantiert. Unser Held heißt THX 1138 und will nicht mehr unter der Fuchtel absoluter Ordnung leben. Darum entschließt er sich zur Flucht. Sein Ziel ist die „Oberwelt“, die Sonne…

Das katholische „Lexikon des int. Films“ urteilt: „(…) ein komplexes und sehr originelles (…) SciFi-Abenteuer und eine bewegende Warnung vor den Gefahren einer mechanisierten Welt (…)“. Den SciFi-Fan dürfte jedoch mehr interessieren, wie George Lucas 8 Jahre vor den bahnbrechenden Bildern von „Star Wars“, und dazu noch in seinem Regiedebut, Zukunftsvisionen ausmalte.

Die Ziffern- bzw. Zahlenfolge THX 1138 wird seitdem in jedem weiteren Lucas-Film aufgegriffen. Kampfdroiden tragen in „Star Wars 1“ die Nummer auf dem Rückenpanzer. In „American Graffiti“ lautet eins der Autokennzeichen „THX-1138“ [sic!].

Ein Film irgendwo zwischen „Metropolis“, Orson Welles‘ „Der Prozeß“ und „2001: Odyssee im Weltraum“. Wir spielen seinen eher unbekannten Debutfilm, während die Welt derzeit gebannt auf „Star Wars Episode 7“ wartet.

Kleine Anmerkung: Das Autokennzeichen in „American Graffity“ lautet „THX 138“.