Der heutige zweite Tag der Berlinale steht ganz im Zeichen von Fritz Langs “Metropolis” [D 1927]. Der Film wurde nach der 2008 gemachten Wiederentdeckung des bisher fehlenden Materials durch die Murnau-Stiftung digital restauriert. Heute feiert diese Rekonstruktion im (ungemütlichen) Friedrichstadtpalast in Berlin und in der Alten Oper in Frankfurt am Main ihre Premiere. Aber nicht nur dort: Wer trotz Eiseskälte und fehlender Premierenkarte nicht auf die Vorführung auf einer großen Leinwand verzichten möchte, kann sich zum Public Viewing am Brandenburger begeben. Etwas wärmer wird’s wohl vor dem heimischen Fernseher sein. arte zeigt den Film ab 20:40 Uhr. Um 20:15 Uhr beginnt bereits die Präsentation der Live-Übertragung, um 23:10 Uhr schließt sich an den Film die Dokumentation “Die Reise nach Metropolis” [BRD 2009, Artem Demenok] an. Aber das ist noch nicht alles. Wer keinen Fernseher besitzt oder unterwegs ist und zumindest eine InterNet-Verbindung hat, muß nicht auf den Stummfilm verzichten. Ebenfalls arte bietet einen Livestream vom Public-Viewing am Brandenburger Tor an.
Vom 29. Spril bis zum 4. Mai 2010 finden die 56. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen statt. Geboten wird unter anderem auch die in Deutschland bisher größte Schau früher Kurzfilme. Dieses Programm trägt den Titel “Vom Meeresgrund: Das große Experiment 1898-1918″.
Vom Meeresgrund: Das große Experiment 1898-1918
Die Kurzfilmtage zeigen die bislang größte Schau früher Filme in Deutschland
Die 56. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen gehen zurück zu den Wurzeln des Kinos. Unter dem Titel “Vom Meeresgrund: Das große Experiment 1898-1918″ präsentiert das Festival vom 29. April bis zum 4. Mai die bislang umfangreichste Schau früher Filme in Deutschland. Die Kurzfilmtage zeigen Filme aus einer der experimentierfreudigsten und bis heute unbekanntesten Produktionsphasen des Kinos. “Vom Meeresgrund” umfasst über 100 Filme, ergänzt durch Diskussionen und andere Begleitveranstaltungen.
“Es sind Produktionen aus einer Zeit, als alle Filme Kurzfilme waren, als Kino ein gemeinsamer öffentlicher Ort für alle Altersgruppen und Klassen war – das erste weltweite Netz: Zum ersten Mal sahen Menschen in vielen Teilen der Welt die gleichen Darbietungen”, sagt Festivalleiter Lars Henrik Gass. “Es war eine Art Ausstellungspraxis, mit der wir auch unsere Recherche für ein imaginäres Kinomuseum fortsetzen, in dem das Museum durch das Kino neu erfunden wird.”
“Wir möchten das Publikum einladen, einen verlorenen Kinokontinent wieder zu entdecken: die Freiheit des frühen Films, seine unerhörte Vielfalt, seinen Ideenreichtum und seine Experimentierlust”, so die Kuratoren Mariann Lewinsky und Eric de Kuyper.
Nachdem am 15. Dezember 2009 bereits die ersten sieben Wettbewerbsfilme der diesjährigen Jubiläums-Berlinale bekannt gegeben wurden - darunter auch die neuen Filme von Roman Polanski und Martin Scorsese - hat die Berlinale-Leitung heute eine Liste mit weiteren 18 Filmen des Wettbewerbs veröffentlicht. Vertreten sind Filme von Pernille Fischer, Noah Baumbach, Rob Epstein und Jeffrey Friedman, Oskar Roehler, Yoji Yamada, Zhang Yimou und Thomas Vinterberg. Somit steht nur noch ein weiterer, bekanntzugebender Film aus.
Bei Twitter hatte ich die Nachricht heute bereits als Retweet, hier aber auch noch mal die Pressemitteilung (auch als PDF) zum Nachlesen:
Werner Herzog wird Jury-Präsident der 60. Berlinale
Werner Herzog, einer der bedeutendsten Filmemacher des Autorenkinos, wird Jury-Präsident der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin.
Als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Neuen Deutschen Films prägte er eine ganze Ära von Filmschaffenden. In seiner knapp 50jährigen Filmkarriere schuf Herzog über 50 Filme, neben den bekannten Spielfilmen stehen dabei ebenso beeindruckende dokumentarische Arbeiten. Zudem machte er sich als Opernregisseur, Autor, Produzent und Schauspieler einen Namen und engagiert sich mit seiner Rogue Film School für den Filmnachwuchs. Das TIME Magazin wählte Werner Herzog 2009 zu einer der 100 einflussreichsten Personen weltweit.
„Werner Herzogs Filme zeugen von der künstlerischen Kraft des Kinos. Ich freue mich, dass wir diesen herausragenden Regisseur als Jury-Präsidenten für unser 60. Jubiläum gewinnen konnten“, sagt Berlinale-Direktor Dieter Kosslick.
60 Jahre Berlinale. Dieses Jubiläum wird 2010 in der Hauptstadt nicht nur gefeiert, sondern auch auf den Leinwänden sichtbar gemacht. “Play It Again” lautet das Motto der Retrospektive der Internationalen Filmfestspiele Berlin, die vom 11. bis zum 21. Februar 2010 stattfinden werden. Filme aus 60 Jahren Berlinale eben.
1960 lief im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin ein Film, der mit allen filmischen Konventionen brach und die Kritiker sprachlos machte. Mit A bout de souffle (Außer Atem, Frankreich 1959/60) gelang dem jungen Godard nicht nur der internationale Durchbruch − der Einzug der Nouvelle Vague stellt rückblickend auch einen der markantesten Wendepunkte in der Geschichte des Festivals dar. Mit einem Streifzug durch 60 Jahre Berlinale-Vergangenheit bringt die Retrospektive PLAY IT AGAIN …! Entdeckungen von einst auf die große Leinwand zurück und wirft exemplarisch Schlaglichter auf die Entwicklung des Festivals: von den ersten Dekaden, die im Zeichen des Kalten Kriegs standen, über die Öffnung für Filme aus sozialistischen Ländern bis hin zum Ende der politischen Teilung Europas, das das Festival vor rund 20 Jahren aus dem Balanceakt zwischen kultureller Offenheit und politischer Einflussnahme befreite. In den 1980er und 90er Jahren hatte sich die Berlinale als Plattform für das osteuropäische und asiatische Kino etabliert und in jüngster Vergangenheit stellte sie verstärkt deutsche Filme gleichberechtigt neben internationale Produktionen.
Von heute an bis zum 15. November 2009 wird Bielefeld wieder zu einem kleinen Mekka für Freunde des Stummfilms. Um 20 Uhr startet das 20. Musik+Filmfest Bielefeld mit der Aufführung von Friedrich Wilhelm Murnaus “Sonnenaufgang / Sunrise: A Song of Two Humans” [USA 1927]. An sechs weiteren Tagen werden in vier Abend- und zwei Matinee-Vorstellungen weitere sechs Stummfilme folgen, die in diesem Jahr zum Thema “Rivalen” ausgewählt wurden.
Freitag 06.11.2009 | 20:00 Uhr | Rudolf-Oetker-Halle
“Sonnenaufgang / Sunrise: A Song of Two Humans” [USA 1927, Friedrich Wilhelm Murnau] Uraufführung der Neukomposition von Axel Goldbeck, unter seiner Leitung gespielt vom Cinematografischen Orchester
In Murnaus erstem, extrem aufwändig inszenierten amerikanischen Film kämpfen zwei Frauen, eine vom Lande, eine aus der Großstadt, um denselben kernigen Naturburschen, wenn auch mit extrem unterschiedlichen Mitteln. Und alles läuft ganz anders als gedacht, denn die brave blonde Landfrau findet Gefallen an der aufregenden Großstadt und ihr vom Vamp verführter Gatte sieht sie plötzlich mit anderen Augen. Am Ende übernimmt ein reinigendes Gewitter die Entscheidung.
Zwischen den optischen Polen ländlicher Idylle und pulsierender Großstadt verband Murnau meisterhaft Überblendungen, abgestufte Tönungen, subtile Kameraführung und Schatteneffekte. Seine Bildmontage entspricht meisterhaft dem (stummen) Erzählrhythmus und spiegelt die Emotionen und Stimmungen des Trios adäquat wider. »Sunrise« erhielt bei der allerersten Oscarverleihung vor 80 Jahren gleich drei Trophäen.
Axel Goldbecks neu komponierte Filmmusik zu »Sunrise« verspricht eine Mischung aus Jazzelementen, Kompilationsklassikern und Swing.
Nachdem es erste Hinweise darauf gab, wurde auf der WebSite der Berlinale nun offiziell bekannt gegeben, daß die rekonstruierte Fassung von Fritz Langs “Metropolis” [D 1927] inklusive der wiederentdeckten Szenen am 12. Februar 2010 bei den 60. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2010 Premiere feiern wird.
Fritz Langs Originalfassung von Metropolis von 1927 kehrt bei den 60. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2010 auf die Kinoleinwand zurück. In einer Galavorstellung am 12. Februar 2010 im Friedrichstadtpalast wird die von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung restaurierte Fassung des Stummfilmklassikers 83 Jahre nach dessen Uraufführung ihre Premiere feiern. Nach der Originalpartitur von Gottfried Huppertz wird die Aufführung vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Dirigent Frank Strobel begleitet. Zur Premiere wird Kulturstaatsminister Bernd Neumann kommen.
Zeitgleich zur Berlinale findet am 12. Februar die Uraufführung in Frankfurt am Main statt, die Vorstellung in der Alten Oper wird von dem Staatsorchester Braunschweig unter Leitung von Helmut Imig begleitet.
Über den sensationellen Fund der bisher als verloren geglaubten Szenen aus Fritz Langs “Metropolis” [D 1927] hatte ich im Juli letzten Jahres berichtet. Mittlerweile ist über einen Artikel der Associated Press bekannt geworden, daß die restaurierte und rekonstruierte Fassung auf der Berlinale 2010 gezeigt werden soll. Auf diese Meldung bin ich über dvdbiblog gestoßen.
Restaurierte Fassung soll auf Berlinale gezeigt werden
So lässt sich das neu aufgefundene Material nicht in Form von einigen zusätzlichen Szenen in den Film einsetzen. Eine erste Sichtung habe ergeben, dass sich die zusätzlichen Sequenzen über den gesamten Film verteilen, berichtet die Restauratorin: «Die Struktur des Films wird sich völlig verändern.» Ein wichtiger Leitfaden ist für die Fachleute die Partitur der Filmmusik. Diese wurde von Gottfried Huppertz seinerzeit für die Originalversion komponiert und bietet den Restauratoren wichtige Hinweise für die Länge und Schnittfolge einzelner Filmszenen.
Nun werden die in Argentinien neu aufgefundenen Sequenzen digitalisiert, am Computer behutsam restauriert und in das bislang vorhandene Filmmaterial eingefügt. Rund 500.000 Euro werde die Restaurierung kosten, erklärt der Geschäftsführer der Murnau-Stiftung, Helmut Poßmann. Fördergelder von Bund, Land Hessen und verschiedenen Institutionen sollen das Projekt ermöglichen. Zur Berlinale 2010 soll «Metropolis» dann in bislang ungeahnter Qualität erstmals wieder öffentlich präsentiert werden.
Die StummFilm MusikTage in Erlangen finden in diesem Jahr am 24. Januar 2009 im dortigen Barocktheater (eingeweiht 1719) statt:
Hier finden Sie alle Informationen zu Deutschlands schönstem Stummfilmfestival mit Live-Musik, das als eintägiges Intermezzo am 24. Januar 2009 zum 13. Mal in Erlangen stattfinden wird, bevor Sie 2010 wieder ein mehrtätiges Festivalprogramm erwartet.
Einen Überblick über das mit Charlie Chaplin, den Publikumslieblingen Pat & Patachon sowie Emil Jannings in einer seiner Glanzrollen hochkarätig besetzte Programm 2009 finden Sie hier.
Vom 14. bis zum 23. November 2008 findet in Wiesbaden das 21. exground filmfest statt. Infos dazu auf der WebSite oder in der Pressemitteilung.
Vom 14. bis 23. November 2008 findet exground filmfest zum 21. Mal in Wiesbaden statt: In den zehn Festivaltagen werden rund 250 Kurz- und Langfilme sowie Videos zu sehen sein – in den angestammten Sektionen American Independents, News from Asia, International und Dokumentar sowie in den Wettbewerben Deutscher Kurzfilm, ON VIDEO, Wiesbaden-Special und Internationaler Jugendfilm. Zudem hat das Team von exground filmfest eine Reihe zum diesjährigen Länderschwerpunkt Spanien und eine Retrospektive zum baskischen Regisseur Julio Médem zusammengestellt.
Zwischen dem 7. und dem 16. November 2008 werde ich wohl öfters in der Rudolf-Oetker-Halle bzw. im CineStar Bielefeld aufzufinden sein, denn die Friedrich Wilhelm Murnau-Gesellschaft veranstaltet das 19. Bielefelder Film+MusikFest in Erinnerung an den weltberühmten Sohn der Stadt am Teutoburger Wald. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Titel “Männer in Gefahr” und bietet an sieben Tagen acht Stummfilme mit Live-Musikbegleitung.
Ein Fest für Fans und Freunde des Stummfilms mit Live-Musik veranstaltet die Bielefelder Friedrich Wilhelm-Murnau-Gesellschaft Anfang November 2009 zum 19. Mal in jährlicher Folge. Gezeigt werden große Publikumserfolge und bekannte Meisterwerke aus den stummen Jahrzehnten der Kinogeschichte vor dem Zweiten Weltkrieg wie auch Neuentdeckungen, die lange zu Unrecht in Vergessenheit geraten waren.
Wie zu Stummfilm-Zeiten in den Kinos üblich, werden diese liebevoll restaurierten internationalen Stummfilme von verschiedenen musikalischen Formationen live begleitet – vom Philharmonischen Orchester über Bands, Trios und Duos bis zum Pianisten. Die Art der Musik hat sich etwa 70 Jahre nach jener Epoche mit der heutigen Betrachtungsweise und Kinoerfahrung allerdings geändert: Musikalisch kommentiert werden die Stummfilme nicht nur mit einem Repertoire an gängigen Stimmungsbildern, der sogenannten Kompilationsmusik, oder den unaufwändigeren Improvisationen am Klavier. Meist vermitteln zeitgemäße, mehr unterhaltsame, lautmalerische oder mehr experimentelle Kompositionen die Dramatik und die Atmosphäre des Films – wie es der Weiterentwicklung der Musikgeschichte und der Hörgewohnheiten bis heute entspricht.
Der diesjährige Festival-Trailer Une catastrophe wurde vom Regisseur Jean-Luc Godard realisiert und läuft ab 18. September österreichweit in über 100 ausgewählten Kinos und wird während der Viennale von 17.-29. Oktober wiederholt im Programm des Festivals zu sehen sein.
Der Film trägt den Titel Une catastrophe und ist eine Art kinematographisches Gedicht über Gewalt und Liebe, in der für Godard typischen Art der Montage und Überlagerung von filmischen Materialien, Tönen, Sprache und Musik. Darunter kurze Ausschnitte aus Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin (1925) und dem Kollektivfilm Menschen am Sonntag (1930). Dazu ein altes plattdeutsches Gedicht aus dem 18. Jahrhundert aus Vorpommern mit dem Text Kumm du um Middernach / Kumm du Klock een / Vader slöpt / Moder slöpt / ik slap alleen. Klopp an de Kammerdör / fat an de Klink. / Vader meent / Moder meent / dat deit de Wind
Vom 3. bis 5. Oktober 2008 findet in der Schauburg in Karlsruhe das 4. Todd-AO 70mm Festival statt (siehe News vom 14. Juli 2008). Auf in70mm.com wurden weitere Filme bekannt gegeben. Insgesamt sollen 12 Filme auf der großen, gekrümmten Leinwand des Kinos gezeigt werden. Das bisherige Programm sieht folgendermaßen aus:
“Der Kongress amüsiert sich” [A / USA / F 1966, Géza von Radványi] - 2.20:1 MCS-70 Superpanorama
- Deutschsprachige Fassung
- 6-Track Magnetic Stereo
“Die Bibel / The Bible: In the Beginning…” [USA / I 1966, John Huston] - 2.20:1 Dimension 150
- Premiere der neuen 70mm-Kopie - Englischsprachige Fassung - dts Special Venue 6-Track Todd-AO Layout
“Lawrence von Arabien / Lawrence of Arabia” [GB 1962, David Lean]
- 2.20:1 Super Panavision 70
- Deutschlandpremiere einer neuen 70mm Kopie
- Englischsprachige Fassung
- 6-Track dts-Stereo