Daniel Kothenschulte meldet sich in der Frankfurter Rundschau auch noch über “Metropolis” [D 1927, Fritz Lang] zu Wort und betitelt den Film trotz der neugefundenen Szenen als “Die Zukunftsruine“.
Dennoch wird “Metropolis” seine Aura des Fragmentarischen behalten. Das neu aufgetauchte Material ist kein historisches Original, sondern eine denkbar schlechte, verkleinerte Umkopierung auf 16mm-Film. Die einkopierten Kratzer werden ihn Ridley Scotts berühmter Hommage in “Blade Runner” wohl noch etwas ähnlicher machen: Auch im Lang-Film wird es nun gewaltig regnen. Bei aller Freude über den Fund erweckt der Zustand also auch eine gehörige Portion Wehmut.
Unter der Aufsicht von Enno Patalas, einem der bedeutendsten Filmrestauratoren, wurde Fritz Langs “Metropolis” [D 1927] im Jahr 2001 so weit wie möglich rekonstruiert und digital restauriert. Mit der taz hat er sich über den Fund der bisher als verschollen geglaubten Szenen (siehe hier, hier und hier) unterhalten.
Ein Aufblasen der 16mm-Kopie führt sicher nicht zurück zur Originalfassung. Sehr viele Schrammen sind schon mitkopiert, sie sind aus der ursprünglichen 35mm-Nitrokopie in die 16mm-Kopie übernommen worden. Man wird bei einer künftigen vollständigen Fassung von “Metropolis” bei jeder Einstellung sehen, woher das Material stammt.
Auf If Charlie Parker Was a Gunslinger wurde Episode #20 mit den Tapeaufnahmen veröffentlichten, die als Grundlage für das berühmte “Truffaut/Hitchcock”-Buch von Francois Truffaut dienten. In dieser Aufnahme besprechen die beiden Regisseure Hitchcocks Meisterwerk “Das Fenster zum Hof / Rear Window” [USA 1954] mit James Stewart und Grace Kelly.
Bei Ohrensessel, der gemühtlichen Filmlounge mit Bernd Begemann, wurde der erste Teil eines Podcasts über Quentin Tarantino online gestellt. Besprochen werden darin die Filme “Reservoir Dogs“, “Pulp Fiction” und “Jackie Brown“.
Wenn ich mir den Inhalt meines Papiermülleimers so anschaue, würde dieser nicht für einen langen Artikel ausreichen. Zettelchen mit kurzen Notizen, Werbung, alte Zeitschriften und bezahlte Rechnungen werden darin entsorgt. Langweiliges Zeugs also und nicht gerade eine Überschrift wert. Wenn der Besitzer des Mülls jedoch Harvey Weinstein heißt, wird die Sache schon bedeutend interessanter. Was landet bei einem bekannten Film-Produzenten und Oscar-Gewinner in der Tonne? Liebeserklärungen unbekannter Starlets mit der erhofften Aussicht auf “Entdeckung”? Unerkannte Drehbuch-Meisterwerke? Wer es genauer wissen möchte, hat nun die Möglichkeit, dies alles zu erfahren, denn Tony Ortega von The Village Voice und ein Kumpel sind durch Zufall an den Papiermüll des Hollywood-Schwergewichts herangekommen.
Die Frankfurter Allgemeine hat sich mit Armin Mueller-Stahl unterhalten. Am Mittwoch, den 2. Juli 2008 strahlt die ARD die Auftaktsendung zur Reihe “Deutschland – Deine Künstler” aus und würdigt darin den deutschen Schauspieler.
Okay, ich habe in Amerika einen ganz guten Ruf. Als Profi. Einen besseren vielleicht, als ich es verdiene. Aber den habe ich mir erarbeitet, indem ich den Beruf stets so ernst genommen habe, wie es geht. Ich habe nie versucht, leicht zu Geld zu kommen, und aufgepasst, was ich tue.
“Wie haben sie das gemacht, Mr. Hitchcock?” – oder “Truffaut/Hitchcock” im Original – ist wahrscheinlich das bekannteste Film-Buch aller Zeiten und eins der besten obendrein. Beginnend im Jahr 1962 befragte Francois Truffaut den Master of Suspense Alfred Hitchcock in mehreren Sitzungen zu seinen Filmen. Die Dolmetschung übernahm eine Freundin Truffauts, Helen Scott vom French Film Office in New York.
Mel Brooks “Frühling für Hitler / The Producers” hat es von der Leinwand auf die Musical-Bühnen geschafft, Polanskis “Tanz der Vampire / The Fearless Vampire Killers” ebenso, sogar Sam Raimis “Tanz der Teufel / The Evil Dead” und demnächst gibt’s den singenden und tanzenden Kiemenmenschen aus Jack Arnolds “Der Schrecken vom Amazonas / The Creature from the Black Lagoon“. In dieser Runde darf natürlich nicht David Cronenbergs “Die Fliege / The Fly” [CDN / USA / GB 1986] fehlen, der demnächst ebenfalls seinen Weg als Musical auf die Bretter, die die Welt bedeuten, finden wird. Der kanadische Regisseur hat sich mit der Financial Times über seine Zusammenarbeit mit Komponist Howard Shore und Placido Domingo, dem Opernstar und musikalischem Direktor der Los Angeles Opera, unterhalten.
Wong Kar-wai has been an incessant reviser of his work.
Von einigen Wong Kar-wai-Filmen sind verschiedene Versionen bekannt. Dazu gehört auch “Days of Being Wild / A Fei zheng chuan” [HK 1990, Wong Kar-wai], mit dem der Regisseur seinen Durchbruch feiern konnte. Auf DVD ist die internationale Fassung erhältlich, es soll aber auch einen “somewhat hallucinatory cut of the film” geben. David Bordwell hat sich mit dieser Version beschäftigt und über die Unterschiede der beiden Schnittfassungen auf Observations on film art and Film Art geschrieben.
Michel Gondry hat bereits Geschichte geschrieben … Musik-Clip-Geschichte, denn seine teilweise wahnwitzigen Videos zu Songs von Björk, The White Stripes, Beck, The Chemical Brothers, Radiohead, Daft Punk, den Foo Fighters und vieler anderer Rock- und Pop-Größen gehören mit zum Besten, was in diesem Bereich produziert wurde, seit MTV 1981 auf Sendung ging. Nun hat er EW.com verraten, welches seine 25 liebsten Clips anderer Regisseure sind.
97% auf dem Tomatometer bei Rotten Tomatoes! Das schaffen nur wenige Filme. Wie es also aussieht, sind sich die US-amerikanischen Kritiker einig darüber, daß der neues Pixar-Streich “Wall-E” [USA 2008, Andrew Stanton] kein schlechter Film zu sein scheint. Leider dauert’s noch bis zum 25. September, bis der Animationsfilm auf die hiesigen Leinwände kommt. Zeit genug also, um sich das Interview mit Regisseur Andrew Stanton beim A.V. Club durchzulesen.
AVC: At what point along the way was it decided that you personally were going to direct WALL•E?
AS: It went to the wayside very quickly after that lunch, because we didn’t know what to do with it. And frankly, we knew right away, “You know, what would be cool is if it could be like [Pixar's animated-lamp mascot] Luxo Jr. or R2D2, this character that would speak based on the way it was built. Wouldn’t it be cool to do a whole feature like that?” And we said, “That’s so arty that no one will ever let us do it.” We hadn’t even finished Toy Story, so we said, “I’d see that, but I don’t know if anyone else would let us make that.” So it just died right there. So I think it was, basically, it took that many more years to become better filmmakers and to get that much more confidence in what we wanted to try doing, and also for the technology to advance.
An den amerikanischen Kinokassen hat der Film sehr gut abgeschnitten. 62,5 Millionen US-Dollar hat er bereits am Wochenende eingespielt, wie der Spiegel und Der Tagesspiegel zu vermelden haben. Dies ist der drittbeste Start eines Pixar-Films. Die genauen Zahlen gibt’s bei Box Office Mojo. Wired hat eine bebilderte Liste der besten Roboter-Lovestories erstellt.
Am Freitag wurde die Schauspielerin Julie Christie auf dem Münchener Filmfest mit dem CineMerit-Award ausgezeichnet. Der Süddeutschen Zeitung hat die öffentlichkeitsscheue Britin eines ihrer seltenen Interviews gegeben, in dem sie nicht gerade Begeisterung für das Kino von Quentin Tarantino und seiner Epigonen zeigt:
Was mich beunruhigt, ist, dass es Leute gibt, die offenbar nur das kennen, was seit – wie heißt er gleich wieder – Quentin Tarantino passiert. Wie kann man einen neuen, originellen Film machen, wenn man nur so was kennt?
Paul Schrader, der Mann, der uns Filmfans das Drehbuch zu “Taxi Driver” [USA 1976, Martin Scorsese] (der übrigens vor zwei Tagen exklusiv bei amazon.de als Doppel-DVD erschienen ist) geschenkt hat, stellt auf seiner WebSite viele seiner Artikel, Kritiken und Interviews aus seiner Zeit als Filmjournalist bereit. Ich bin selbst noch nicht dazu gekommen, mich näher mit den Artikeln zu beschäftigen, ich habe jedoch gelesen, daß seine frühen Filmschriften stark von Pauline Kael beeinflußt worden sein sollen.