Zwei Stummfilme bei arte im Oktober und November 2008

arte zeigt am Montag, den 27. Oktober 2008 um 23:20 Uhr den russischen Stummfilm “Die Frauen von Riasan / Baby ryazanskie” [UdSSR 1927, Ivan Pravov, Olga Preobrazhenskaya]:

Russland 1914: Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs gerät das friedliche Leben in dem russischen Dorf Riasan gehörig durcheinander. Die Männer der Stiefschwestern Anna und Wassilia sollen an der Front dienen. Mit dem Einziehungsbefehl ändert sich das Leben für die zwei Frauen und die Dorfgemeinschaft schlagartig. – Restaurierte Fassung eines Stummfilmmelodrams der Regisseurin Olga Preobrashenskaja, das sich mit der Rolle der Frau in der vorrevolutionären russischen Gesellschaft auseinandersetzt.

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Die Originalfassung mit russischen Zwischentiteln existiert nur in einer verstümmelten, auf 60 Minuten gekürzten Fassung. 2004 tauchte in Frankreich eine exzellent erhaltene Kopie der dort im Kino ausgewerteten Fassung auf. Diese wurde 2006 von Lobster Films unter finanzieller Beteiligung der Universität von Chicago restauriert. Der russische Komponist und Pianist Sergei Dreznin komponierte die neue Musik, in der auch zeitgenössische russische Gesänge aus der Gegend von Riasan verwendet wurden.


 
In der Nacht vom 24. auf den 25. November 2008 wird laut tvinfo.de um 0:25 Uhr der bekannte schwedische Stummfilm “Der Fuhrmann des Todes / Körkarlen” [S 1921, Victor Sjöström] zu sehen sein:

‘Der Fuhrmann des Todes’ erzählt die Geschichte einer Silvesternacht, die für den unglücklichen Säufer David Holm in einer Schlägerei endet. Bewusstlos liegt Holm auf einem Friedhof – und schon naht der Fuhrmann des Todes, um ihn zu holen und um ihm sein Amt zu übertragen. Denn Fuhrmann wird der, der beim letzten Schlag der Mitternachtsglocke in der Silvesternacht stirbt. Seine Aufgabe als letzter Verstorbener des Jahres ist es, ein Jahr lang die Seelen der Toten zu holen.

David erkennt in dem Fuhrmann seinen alten Freund Georges wieder, der ihn ursprünglich auf die schiefe Bahn gebracht hat. Als David sich weigert ihm zu folgen, nimmt Georges ihn mit zu allen Menschen, deren Schicksal mit dem Davids verbunden ist. In Rückblenden sieht dieser sein Leben und trifft auf die Menschen, die er ins Unglück gestürzt hat, wie die an Tuberkulose erkrankte Sozialhelferin Edit und seinen inhaftierten Bruder. Zuletzt besuchen die beiden Davids Frau, die sich und die Kinder aus Verzweiflung umbringen will. Zum ersten Mal empfindet Holm Liebe zu seiner Familie und begreift die Fatalität seines Verhaltens. Er bittet Georges um eine zweite Chance.

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Die neue Musik zu ‘Der Fuhrmann des Todes’ schrieb die australische Komponistin Elena Kats-Chernin. Sie wurde 1957 in Taschkent, Usbekistan, geboren und emigrierte 1975 nach Australien. 1980 kam sie als DAAD-Stipendiatin nach Deutschland, um Komposition bei Helmut Lachenmann zu studieren. Die nächsten Jahre verbrachte sie in Deutschland, schrieb eine Reihe von Konzertstücken und arbeitete als Theatermusikerin an führenden deutschsprachigen Bühnen wie dem Schauspielhaus Bochum, dem Wiener Burgtheater oder der Berliner Schaubühne. 1994 kehrte sie nach Australien zurück, wo sie unter anderem Filmmusik, Orchester- und Chormusik schrieb.

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