
“Das Grab der Sonne / Taiyo no hakaba” [J 1960, Nagisa Ôshima]
Label: polyfilm | Österreich | Vertrieb Deutschland: AL!VE | DVD | PAL
VÖ-Termin: 6. November 2010
Regionalcode
2
Laufzeit
84:08 Min. [576/50i | 25 fps via 2:2 Pulldown]
durchschnittliche Datenrate: gesamt
9,30 Mbps
Disc Typ
DVD-9 [5,91 von 7,95 GB | 74,2 %]
Bildformat
2.44:1 [anamorph]
Kinoformat
2.35:1 [Shochiko Grandscope | 35mm | anamorph]
Sprachen
01) Japanisch Dolby Digital 2.0 Mono [192 kbps]
Untertitel
01) Deutsch
Bonusmaterial
- Booklet
Informationen zum Regisseur aus dem Presseheft
Das Werk des am 31. März 1932 geborenen Autors und Regisseurs zählt zweifellos zu den radikalsten in der Geschichte des japanischen Kinos und hat zahllose Kontroversen hervorgerufen. Bereits Ende der 1950er Jahre beginnt er als Regieassistent unter anderem bei Yoshitaro Nomura für das japanische Filmstudio Shochiku zu arbeiten. 1959 erscheint sein Debüt Ai to kibo no machi (Eine Stadt voller Liebe und Hoffnung), ein Jahr später sollte er – unter dem Einfluss der nouvelle vague und Jean-Luc Godards aus Europa – mit seinen politischen Filmen Nihon no yoru to kiri (Nacht und Nebel in Japan) und Taiyô no hakaba (Das Grab der Sonne) die „neue Welle“ in Japan mit begründen und für gesellschaftliches Aufsehen sorgen.
In seinen Filmen beschäftigt sich ?shima immer wieder mit den Tabuthemen Sex, Gewalt und Verbrechen, die Hauptfiguren sind dabei oft jugendliche Rebellen. So auch in den beiden 1967 entstandenen Filmen Muri shinju: Nihon no natsu (Die Nacht des Mörders), der wohl seltenste Film des Regisseurs, und in Nihon shunka-kô (Sing a Song of Sex), die er bereits mit seiner eigenen Filmproduktionsgesellschaft realisiert.
Internationale Bekanntheit erlangt ?shima mit seinen provokanten Erotikdramen Ai no corrida (Im Reich der Sinne, 1976) und Ai no borei (Im Reich der Leidenschaft, 1978) – für letzteren erhält er in Cannes die Auszeichnung als bester Regisseur. Sein bisher letzter Film, das mysteriöse Samuraidrama Gohatto (Taboo), ist 1999 entstanden.
Informationen zum Film aus dem Presseheft
Oshimas vierter Film ist eine Milieustudie, die die desolaten Lebensumstände in Kamagasaki, dem größten Slum Japans, beobachtet. Dort ist vom wirtschaftlichen Aufschwung der 50er Jahre nichts zu spüren. Die Prostituierten, Zuhälter, Junkies, Strichjungen, Heimatlosen und Gangster in dem höllischen Ghetto am Rande der Existenz schrecken in diesem unbarmherzigen Porträt vor nichts zurück – nicht einmal vor dem illegalen Handel mit Blut. Junge Menschen im hoffnungslosen Kampf ums Überleben, in einem Sumpf aus Verbrechen und Gewalt.
Ein wütender Film, dessen unheilvolle Symbolik und schonungslose Darstellung von der großen Kunstfertigkeit Nagisa Oshimas zeugen: Im Land der aufgehenden Sonne befindet sich gleichzeitig auch ihr Grab.
Bemerkungen
Mit “Das Grab der Sonne / Taiyo no hakaba” von Nagisa Ôshima eröffnet das österreichische Label polyfilm die auf 22 Titel angelegte DVD-Reihe “Japanische Meisterregisseure” (News: 24.09.09 | 30.09.09 | 15.10.09). Insgesamt vier Filme von Nagisa Ôshima werden veröffentlicht, außerdem zwei von Yoshitaro Nomura, fünf von Keisuke Kinoshita und elf von Yasujiro Ozu.
Die “Das Grab der Sonne“-DVD basiert auf dem aktuellen Master (DigiBeta) von Shochiku und bietet ein äußerst sauberes Bild in Bezug auf Filmdefekte wie Dropouts und Kratzer, die – bis auf ganz wenige Ausnahmen – nicht vorkommen. Leider hapert es bei der Bildschärfe, die nie richtig zufriedenstellend ist. Einer der Gründe dafür könnte der Einsatz eines Rauschfilters sein, der in einigen Schwenks stehende Rauschmuster hinterlassen hat und das Filmkorn – und dadurch natürlich auch einiges an Details – entfernt hat.
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11. Dezember, 2009
12:44 Uhr
Ein schöner Vergleich, auf den ich ungeduldig gewartet hatte. Danke dafür!