Unzähliche Filme aus den ersten Jahrzehnten des Kinos sind heute nicht mehr oder nur noch teilweise erhalten. Dies betrifft nicht nur schon damals unbekannterer oder erfolglose Filme, sondern auch bekannte Großprojekte, wie z.B. Fritz Langs “Metropolis” [D 1927], den man aber eben auch zu den erfolglosen Filmen zählen kann, floppte er damals gewaltig an den Kinokassen der Weimarer Republik und wurde nach wenigen Wochen aus den Lichtspielhäusern genommen. Der finanzielle Mißerfolg des damals teuersten deutschen Films aller Zeiten, war wohl ein Grund dafür, warum er noch im Premierenjahr zum ersten Mal erheblich gekürzt wurde. Hatte die Berliner Premierenfassung vom 10. Januar 1927 eine Länge von 4189 Metern, so war die gekürzte Fassung, die am 25. August 1927 ihre Premiere in Stuttgart und München hatte, bereits auf 3241 Metern heruntergeschnitten. Für den US-Markt wurde bereits im Jahr 1926 vom US-Rechte-Inhaber Paramount beschlossen, “Metropolis” auf eine “normale” Kinolänge zu beschneiden, lief die deutsche Premierenfassung bei 24 Bildern pro Sekunde doch immerhin 153 Minuten. Die US-Fassung endete mit einer Länge von gerade mal 3100 Metern. Über die Jahre folgten weitere Schnitte, Umstrukturierungen und Kürzungen, später verschiedene Rekonstruktionsversuche.
Die bisher aufwändigste Restaurierung erfolgte im Jahr 2001 durch die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv in Berlin, dem DIF, dem Filmmuseum Berlin und dem Filmmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf unter der Aufsicht von Enno Patalas und Martin Koerber. Dabei handelte es sich um die erste komplett digital durchgeführte Restaurierung(in 2K-Auflösung) in Deutschland. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, strahlen die Bilder doch wieder im alten S/W-Glanz. Vollständig ist diese Rekonstruktion, die ihre Premiere am 15. Februar 2001 auf der Berlinale feierte, jedoch bei weitem nicht, hat sie doch auch nur eine Länge von 3341 Metern, was nur gut drei Viertel der Premierenfassung entspricht.
Jetzt jedoch eine Sensation: Schlüsselszenen des Films, die bisher als verschollen galten, sind wiederentdeckt worden. Eine alte Filmkopie aus Buenos Aires enthält vermisste Szenen. Die Zeit berichtet über diesen Fund. Allerdings ist der Online-Text nicht vollständig. Die komplette Geschichte darüber, wie diese Kopie die Jahre überlebte, ist ab morgen exklusiv im ZEITmagazin abgedruckt.
Ein paar Bilder aus der Filmkopie sind ebenfalls bei der Zeit zu sehen.
Die Friedrich Wilhelm Murnau-Stiftung berichtet in den News natürlich ebenfalls über den Fund. Die Meldung ist dort auch als PDF-Datei erhältlich.
UPDATE 03.07.2008
Die Frankfurter Rundschau, der Tagesspiegel und die Welt berichten ebenfalls.


4. Juli, 2008
13:45 Uhr
[...] Szenen aus Fritz Langs monumentalen Stummfilm “Metropolis” [D 1927] habe ich bereits vorgestern berichtet. Im gestern erschienenen ZEITmagazin wird exklusiv über diese Entdeckung berichtet. [...]
5. Juli, 2008
10:07 Uhr
[...] den Meldungen vom 2. und 4. Juni noch mal eine Meldung von der Frankfurter Rundschau über den Zustand des [...]
8. Juli, 2008
17:08 Uhr
[...] Mit der taz hat er sich über den Fund der bisher als verschollen geglaubten Szenen (siehe hier, hier und hier) unterhalten. Ein Aufblasen der 16mm-Kopie führt sicher nicht zurück zur [...]
11. Juli, 2009
21:59 Uhr
[...] bisher als verloren geglaubten Szenen aus Fritz Langs “Metropolis” [D 1927] hatte ich im Juli letzten Jahres berichtet. Mittlerweile ist über einen Artikel der Associated Press bekannt geworden, daß [...]
29. Oktober, 2009
16:58 Uhr
[...] daß die rekonstruierte Fassung von Fritz Langs “Metropolis” [D 1927] inklusive der wiederentdeckten Szenen am 12. Februar 2010 bei den 60. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2010 Premiere feiern [...]
12. Februar, 2010
15:10 Uhr
[...] steht ganz im Zeichen von Fritz Langs “Metropolis” [D 1927]. Der Film wurde nach der 2008 gemachten Wiederentdeckung des bisher fehlenden Materials durch die Murnau-Stiftung digital restauriert. Heute feiert diese [...]