Morgen, am 9. September 2011 um 20:30 Uhr, zeigt das Bielefelder Offkino als zweiten Film innerhalb des “Spiegelbilder”-September-Programms Orson Welles’ “F wie Fälschung / Vérités et mensonges” [F / IR / BRD 1973] per 16mm-Print in der deutschen Fassung.
Wahrheit und Lüge, Kunst und Fälschung – diesen Themen versucht Orson Welles in F wie Fälschung auf den Grund zu gehen. Der Film erzählt die Geschichte des Kunstfälschers Elmyr de Hory und des Autors Clifford Irving, der 1972 mit der gefälschten Biografie des exzentrischen Multimillionärs Howard Hughes aufflog. Meisterlich werden die verschiedenen Handlungsstränge miteinander verwoben. Immer wieder führt Orson Welles, der sich im Film selbst als Magier und Scharlatan darstellt, das Kinopublikum hinters Licht. Die Grenzen von Fiktion und Realität werden werden laufend durcheinander gewirbelt. Über ein Jahr hat Orson Welles im Schnittraum verbracht um seinen letzten, kompletten, abendfüllenden Film den passenden Rhythmus zu verpassen. Aber kann man bei diesem freizügigen Umgang mit der Wahrheit überhaupt noch von einer Dokumentation sprechen? „Nein, keine Dokumentation – es ist eine neue Art von Film.“ sagt Welles über F wie Fälschung.
„Die Faszination von F wie Fälschung in Worte zu fassen ist ungemein schwierig: Der Film lässt sich nirgendwo einordnen, hat keinen “Stil”, außer dem, alles zu unternehmen, um den Zuschauer in das Vexierspiel um Wahrheit und Fiktion möglichst tief mit einzubeziehen. … Er ist einfach ungreifbar, will gar nicht erst nach unseren Regeln der Analyse eines Filmes spielen, weil er sich all seiner Mittel selbst schon bewusst ist, sie offen zur Schau stellt und faktisch oberhalb einer kompakten und auf Schlagwörter reduzierbaren Analyse steht.“ Janis El-Bira, filmzentrale.com

