Monster-Themenabend auf arte am 29. März 2009

Am morgigen Sonntag, den 29. März 2009 strahlt arte innerhalb eines “Monster”-Themenabends das etwas trashige, aber durchaus unterhaltsame “King Kong“-Remake aus dem Jahr 1976 aus. Im Anschluß folgt die Dokumentation “Monsterland” von Jörg Buttgereit, dem ich erst vor ein paar Tagen beim sehr interessanten “Dai-Nipponjin – Der große Japaner“-Audiokommentar zugehört habe.
 
29. März 2009 | 20:15 Uhr | arte
King Kong” [USA 1976, John Guillerman]

Der riesige Gorilla Kong, der von einer Erdöl-Expedition auf einer unbewohnt geglaubten Insel entdeckt wird, verschleppt die junge Schauspielerin Dwan, die die Expedition begleitet, und verliebt sich in sie. Doch dann wird der Gorilla eingefangen und nach New York gebracht, wo er seinen Wächtern ausreißt. Auf seiner Suche nach Dwan richtet er eine Katastrophe an …

Fred Wilson erhält als Angestellter eines großen amerikanischen Ölkonzerns den Auftrag, neue Erdölquellen ausfindig zu machen. Mit einem gecharterten Boot macht er sich auf die Reise zu einer noch unbewohnten Insel. Ohne es zu ahnen, hat Wilson einen blinden Passagier an Bord. Der Anthropologe Jack Prescott hat sich auf das Schiff geschmuggelt, weil er auf jener Insel, die Wilson ansteuert, eine seltene Affenart untersuchen will. Unterwegs treffen die beiden Männer noch auf die hübsche Dwan, die allein in einem Rettungsboot unterwegs ist.
Als die drei mit ihrem Schiff die Insel erreichen und dort vor Anker gehen, stellt sich heraus, dass das Eiland doch nicht so unbewohnt ist, wie allseits vermutet wurde. Die dort lebenden Insulaner führen gerade ein merkwürdiges Ritual auf, um einem überlebensgroßen Affen namens “Kong” zu huldigen. Als sie die blonde Dwan erblicken, wollen sie sie ihrem Götzen opfern. Doch “Kong” verliebt sich in sein “Opfer”.
Um den Riesenaffen als Sensation zu präsentieren, wird er von Mitgliedern der Erdöl-Expedition eingefangen und nach New York verschleppt. Dort kann er seinen Peinigern entkommen und läuft in der Großstadt Amok …


Regisseur John Guillermin inszenierte mit diesem Abenteuerfilm ein zeitgemäßes Remake des Klassikers “King Kong und die weiße Frau” aus dem Jahr 1933. Das Drehbuch entstand nach einer Idee von Edgar Wallace und Merian C. Cooper.
Unter der Maske der Titelfigur King Kong befand sich übrigens der für den Film verantwortliche Maskenbildner Rick Baker.
1977 wurden Carlo Rimbaldi, Glen Robinson und Frank van der Veer mit einem Ehrenoscar für die Spezialeffekte bedacht. Die Schauspielerin Jessica Lange erhielt im gleichen Jahr für ihr Debüt in “King Kong” den Golden Globe.

 
29. März 2009 | 22:25 Uhr | arte
Monsterland” [BRD 2008, Jörg Buttgereit]

Frankenstein, King Kong, Godzilla und der Werwolf – all diese Schreckgestalten scheinen uns auf unheimliche Weise vertraut. Denn in die Monster wird projiziert, was wir uns selbst nicht erlauben und uns als verbotenen Wunsch nicht eingestehen dürfen. Was bedeuten die Monster für uns und für was stehen sie? In “Monsterland” reist Filmemacher und Monsterexperte Jörg Buttgereit in die weite Welt zu den Monstermachern, um mit ihnen gemeinsam den Schrecken, die Faszination und die Liebe zu ihren Geschöpfen zu erkunden.

In Los Angeles trifft Monsterexperte Jörg Buttgereit Hollywoods berühmtesten Maskenbildner Rick Baker, dessen Arbeit unter anderem in der “King Kong”-Verfilmung von 1976 zu bewundern ist. Baker hat auch für einen der bekanntesten Horrorfilmregisseure gearbeitet, für John Carpenter. In dessen Filmen lauert das Böse im Verborgenen und im Menschen selbst. In “Halloween” hat er mit dem stummen maskierten Killer Michael Myers den Prototyp des Monsters in Menschengestalt geschaffen.
In New York sucht Jörg Buttgereit den exzentrischen Maler Joe Coleman in seinem vollgestopften Atelier auf. Coleman verewigt in seinen an Hieronymus Bosch erinnernden Gemälden Serienmörder, Freaks und Mutationen.
Die monströsen femininen Schöpfungen aus den amerikanischen Blockbustern “Alien” und “Species” stammen vom Schweizer Künstler H. R. Giger. Mit seinen weiblichen Alptraumkreaturen hat er das Erscheinungsbild der Monster seit den 80er Jahren maßgeblich beeinflusst.
Ob Aliens oder Zombies, Serienmörder oder Urzeitwesen, Spezial-Effekt-Guru Gregory Nicotero hat sie alle auf die Leinwand gezaubert. So wurde er von bedeutenden Regisseuren des Genres engagiert, unter anderem von John Carpenter und Quentin Tarantino. Er ist einer der letzten Spezialisten für “handgemachte”, nicht am Computer animierte Monster.
Anders als im Illusionskino Hollywoods hat sich der japanische Monsterfilm seine artifizielle Ästhetik bewahrt. In Tokio trifft Jörg Buttgereit den Schauspieler Kenpachiro Satsuma, der seit den 70er Jahren in unzähligen Monsterfilmen die Riesenechse Godzilla und andere Riesenmonster dargestellt und ihnen auch eine menschliche Note verliehen hat.
In Japan besucht Jörg Buttgereit auch Regisseur Teruyoshi Nakano, der für die traditionelle japanische Art der Monsterdarstellung steht. Zwar ist Filmemacher Shinya Tsukamoto auch mit “Godzilla”-Filmen aufgewachsen, doch mit seinen wilden “Splatter-Punk”-Filmen “Tesuo – The Iron Man” und “Tokyo Fist” ist er der moderne Gegenpol zu Satsuma und Nakano.
Und als Experten für japanische Monster stellt Jörg Buttgereit den Amerikaner Paul Gavins vor, der regelmäßig auf Monster Conventions seine selbst gefertigten Monsterkostüme präsentiert. Er lebt aus, wovon viele Fans nur träumen, schlüpft in Monsterkostüme und wird so zum umjubelten Untier.

Jörg Buttgereit, geboren 1963 in Berlin, ist Regisseur diverser, international bekannter Arthouse-Horrorfilme (“Nekromantik”, “Der Todesking”, “Nekromantik 2″, “Schramm”), Hörspielmacher (“Sexy Sushi”, “Ed Gein Superstar”, “Video Nasty”, “Frankenstein in Hiroshima”, “Captain Berlin versus Dracula”) und Filmkritiker für verschiedene Publikationen. Er verfasste die Filmbücher “Monster aus Japan greifen an” (1998), “Nightmares in Plastic” (2001), “Japan – Die Monsterinsel” (2006) und “Negromantic” (2007). Seine preisgekrönte Fernsehdokumentation “Die Monsterinsel” wurde 2002 im Fernsehen ausgestrahlt. 2005 schrieb und inszenierte er die deutsche Fassung des Punkmusicals “Gabba Gabba Hey!” mit der Musik der legendären New Yorker Band “Ramones”.
Auf ARTE stand Jörg Buttgereit 2006 im Rahmen der Reihe “Durch die Nacht mit …” gemeinsam mit Bruce LaBruce vor der Kamera. 2007 drehte er mit “Durch die Nacht mit … Mark Benecke und Michaela Schaffrath” sowie “Durch die Nacht mit … Asia Argento und Joe Coleman” selbst zwei Folgen der Reihe. Im Herbst 2007 feierte Buttgereits Theaterstück “Captain Berlin versus Hitler” in Berlin Premiere.

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